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Legasthenie und psychische Gesundheit
Ein Zusammenhang zwischen Leseschwierigkeiten und psychischer
Gesundheit ist bei Weitem keine neue Entdeckung. Trotzdem ist Lesevansker
og livsvansker („Leseschwierigkeiten und Lebensschwierigkeiten“)
das erste Buch in Skandinavien, das diese Themen miteinander
verknüpft.
Forscher vom norwegischen Center für Verhaltensforschung und dem
Lesecenter der Universität Stavanger haben zusammen mit Psychologen
und Psychiatern der Stadt Bergen das Buch „Leseschwierigkeiten und
Lebensschwierigkeiten – über Legasthenie und psychische Gesundheit“
verfasst.
„Das Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten in Zusammenhang mit der
psychischen Gesundheit gesehen werden müssen, ist nichts Neues, aber das
Spezielle mit unserem Buch ist, dass wir diese Themen miteinander
verknüpfen. Es ist das erste Buch in Skandinavien, das Lese- und
Rechtschreibschwierigkeiten in Verbindung mit psychischer Gesundheit setzt“,
sagt Edvin Bru, Professor der pädagogischen Psychologie und einer der
Herausgeber des Buches, am Center für Verhaltensforschung der Uni
Stavanger.
Lesen und psychische Schwierigkeiten
Im Buch wird eine neue Studie aus Bergen präsentiert, die einen
offenbaren Zusammenhang zwischen Leseschwierigkeiten und psychischen
Problemen bei Schülern in norwegischen Grundschulen aufweist. Die
Untersuchung zeigt, dass besonders Kinder mit früh entwickelten und
anhaltenden Leseschwierigkeiten am meisten unter psychischen Problemen
leiden und das diese Schwierigkeiten über längere Zeit hinweg zunehmen.
Ebenfalls der Studie zufolge nehmen die psychischen Schwierigkeiten ab, je
besser sich die Lesekompetenz des Schülers entwickelt.
„Es zeigte sich, dass diejenigen, die die Leseschwierigkeiten der ersten
Jahre in der Grundschule überwanden, auch ihre psychische Gesundheit
verbesserten. Diejenigen die am Ende der Grundschule noch immer mit
Leseschwierigkeiten belastet waren, litten im größeren Maße an Angst und
Depressionen. Dies kann andeuten, dass ein speziell frühes Eingreifen zum
Verbessern der Lesekompetenz zu weniger Unruhe und Verhaltensschwierigkeiten
unter den Kindern führt“, sagt Einar Heiervang, Forscher der Universität
Bergen.
„Es ist ebenso wichtig Schülern zu helfen, ihre Lese- und
Rechtschreibschwierigkeiten zu kompensieren, indem man ihnen hilft, gute
Lernstrategien zu entwickeln und sich als leistungsfähig aufzufassen, obwohl
die Rechtschreibung fehlerhaft sein sollte oder sie nicht genauso schnell
wie die anderen lesen können“, so Edvin Bru.
Frühe Hilfe wichtig
Mehrere Artikelverfasser betonen, wie bedeutend frühe Diagnose (wenn
möglich schon im Vorschulalter) und frühe Hilfe sind.
„Dem Kind angepasste Hilfe ist wichtig. Den Kindern kann es besser
psychisch ergehen, was wiederum zu einem besseren Meistern des Lesens und
Schreibens führt. Von 15% der sechsjährigen Schüler mit schlechtester
Lesekompetenz in der 1. Klasse lässt sich durch intensiven und
strukturierten Unterricht in kleinen Gruppen der Prozentsatz von Schülern
mit schlechten Lesefähigkeiten auf 2% reduzieren“ erzählt Torleiv Høien, der
Nestor unter den Artikelverfassern und ehemaliger Leiter des
Lesecenters.
Høien unterstreicht, wie wichtig ein frühes und intensives
Unterrichtsangebot ist, das auch eine direkte Kommunikation zwischen Lehrer
und dem einzelnen Schüler erlaubt.
„Dies erhöht Intensität, Aushalten und Häufigkeit des Arbeitens. Ein
intensiver, strukturierter Unterricht 3 bis 4 Stunden in der Woche kann
schon genug sein. Von Bedeutung ist auch, das einzelne Kind so zu
stimulieren, dass es an den eigenen Erfolg glaubt“, sagt Høien und hebt
hervor, wie wichtig das Ausrichten des Unterrichts auf dieses
Erfolgserlebnis ist.
(Diese Übersetzung beruht auf Teilen eines Artikels der Universität in Stavanger)
